St. Nikolai
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Romanischer Palas der Wartburg
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Architektur

Romanischer Palas der Wartburg

Der romanische Palas der Wartburg, das repräsentative Hauptgebäude der Wartburg, gilt als künstlerisch und architektonisch bedeutendster Bau seiner Art in Deutschland. Der Palas ist nach aktuellem Forschungsstand der erste Bau dieses Typus und somit eine Inkunabel der mittelalterlichen Repräsentationsarchitektur.

Mit dem Bau des Palas wurde im 12. Jahrhundert begonnen und man bediente sich dabei der byzantinischen Formensprache. Wohl nach 1155 begonnen, ließ ihn vermutlich der ab 1172 regierende Landgraf Ludwig III. aufstocken und vollenden. Eine aufwendige Gestaltung mit Bauplastik kennzeichnet den Außenbau, rundbogige Zwillingsarkaden im Untergeschoss und Arkadenreihen in den Obergeschossen mit aufwendig gestalteten Kapitellen sind hierbei die Hauptgestaltungsmerkmale. Im Untergeschoss befindet sich der quadratische, kreuzgewölbte Rittersaal. Ebenfalls im Erdgeschoss liegt der Speisesaal, der eine hölzerne Flachdecke besitzt und durch eine Mittelsäule mit Adlerkapitell dominiert wird. In der Elisabeth-Kemenate findet sich ein ebenso kunstvoll gestaltetes Adlerkapitell, das zu den herausragenden Beispielen mittelalterlicher Steinmetzkunst gehört. Eine steinerne Treppe führt ins erste Obergeschoss, wo sich die Palaskapelle befindet, die aber erst im 14. Jahrhundert hier eingefügt wurde. Im Sängersaal, der sich ebenfalls im ersten Obergeschoss befindet, ist das Fresko des sogenannten Sängerstreites zu sehen, das aus dem 19. Jahrhundert stammt und die bekannteste Thüringer Sage schildert, in der sechs Minnesänger um die Gunst des Landgrafen Hermann I. streiten. Das gesamte zweite Obergeschoss wird von dem Festsaal eingenommen, der im 19. Jahrhundert aufwendig restauriert wurde und somit ein Gesamtkunstwerk des Historismus darstellt.

Der Palas ist zweifelsohne das bedeutendste Gebäude der Wartburg. Denn zum einen ist er herausragendes Beispiel mittelalterlicher Hofarchitektur, die von byzantinischen Einflüssen geprägt wurde und den Wunsch der Landgrafen nach Repräsentation widerspiegelt. Zum anderen ist er aber auch ein Zeugnis der Restaurierungsarbeiten im Stile des Historismus. Besucher sollten sich dieses beeindruckende Bauwerk auf der Wartburg keinesfalls entgehen lassen.

Romanischer Palas der Wartburg

Wartburg-Stiftung Auf der Wartburg 1 99817 Eisenach
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+49 3691-20 33 42
http://www.wartburg-eisenach.de
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