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Museum in Köln

St. Cäcilia - Museum Schnütgen

2010 entstand ein innovatives Kulturquartier am Neumarkt, das nicht nur das Rautenstrauch-Joest-Museum beherbergt, sondern auch die Erweiterung des Museum Schnütgen. Das Museum Schnütgen öffnet damit nach einjähriger Ausstellungspause seine Pforten neu mit etwa 60 Prozent mehr Ausstellungsfläche.

Auf den Domkapitular Alexander Schnütgen (1843-1918) geht die Gründung des Museums für christliche Kunst zurück, denn er war eifriger Sammler kirchlicher Exponate aus dem 11.-19. Jahrhundert und schenkte seine Sammlung im Jahr 1906 der Stadt Köln. Er verband dies mit der Forderung, dass ein Anbau eigens für seine Exponate an das bestehende Kunstgewerbemuseum angebaut und den Namen „Sammlung Schnütgen“ tragen solle. Die Grundsteinlegung für diesen Bau fand 1908 statt und bis zum Umzug in das Heribert-Kloster Deutz, 1932, wurden die Ausstellungsstücke hier gezeigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die Sammlung in der neu eingesegneten Cäcilienkirche, einer der ältesten Kirchen Kölns, aus dem 8. Jahrhundert, ihren Platz, wo sie bis heute zu sehen ist. Die sakralen Exponate wurden somit in einen neuen, christlichen Gesamtzusammenhang eingebunden. Da noch heute an hohen Festtagen in der Cäcilienkirche die Messe gelesen wird, besteht eine einzigartig enge Verbindung zwischen Ausstellungsraum und Ausstellungsstücken.

Die neue Verbindung von dem Museum Schnütgen, das Einblicke in die christliche Kultur und religiöse Kunst bietet, und dem Rautenstrauch-Joest-Museum, das mit einer der bedeutendsten Ozeanien-Sammlung Deutschlands die verschiedensten Kulturen der Welt erschließt, eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten der Interaktion und vielfältige Einblicke in die Entstehung menschlicher Kulturen.

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    St. Cäcilien

    Autor: Kosch, Clemens

    ca. 5.986 Zeichen

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    Aus dem späten 9. Jahrhundert und dann wieder nach einer 941 bezeugten Neugründung liegen erste Nachrichten über eine Gemeinschaft von Kanonissen an St. Cäcilien vor, deren Zahl im Hochmittelalter mit 15 angegeben wird. Ihre geistliche Betreuung übernahmen 4 Priesterkanoniker, den täglichen Altardienst noch weitere 8 Vikare. Die Äbtissin hatte das Patronatsrecht der südlich benachbarten Pfarrkirche St. Peter. Der hauptsächlich Töchtern edelfreier Familien vorbehaltene Frauenkonvent litt später deshalb unter Nachwuchsmangel und wurde schließlich aufgelöst, als 1475 Augustinernonnen des damals abgebrochenen vorstädtischen Klosters Weiher die weitgehend leerstehenden Gebäude zugewiesen erhielten. Die ehemalige Stiftskirche beherbergt seit 1956 das Städtische Museum Schnütgen. Es handelt sich um eine schlichte querarmlose Pfeilerbasilika der frühen Stauferzeit, errichtet über Thermenruinen im römischen Kernstadtbereich. Ostchor und Seitenschiffe sind kreuzgratgewölbt, dagegen blieben das Mittelschiff und die westlich anschließende Empore für das Chorgestühl der Kanonissen flachgedeckt. Den fehlenden Turm ersetzte als Glockenträger ein hölzerner Dachreiter in Gestalt eines kleinen kreuzförmigen Zentralbaues. Im Außenmauerwerk des Langhauses stecken noch Teile der vorangegangenen Kirche des 10. Jahrhunderts. Dieser Zeit entstammt wohl auch der rechtwinklig an das Nordseitenschiff stoßende Bogen aus Tuffquadern im Wechsel mit wiederverwendeten römischen Ziegeln. Er war einst Teil einer längeren Arkadenfolge und könnte zu einem ersten vorromanischen Kreuzgang in nördlicher Flankenlage gehört haben. Das hochmittelalterliche, Anfang des 19. Jahrhunderts von Hospitalbauten abgelöste Klausurgeviert erstreckte sich jedoch in axialer Anordnung auf der Westseite (vergl. die Frauenstifte St. Maria im Kapitol, St. Ursula). Die beiden Arme des östlichen Kreuzgangflügels endeten vor Eingängen in den Stirnwänden der Seitenschiffe. In der nördlichen Außenwand gab es dicht daneben eine zusätzliche Pforte mit innen seitlich aufwärtsführenden Treppenstufen. Man kann dort eine Brückenverbindung zur hochliegenden Westempore rekonstruieren, die den Konventchor von der Klausur her zugänglich machte (vergl. St. Georg). Zweifellos existierte auch ein Emporenaufgang vom Kirchenschiff aus, dessen Lage sich jedoch nicht mehr sicher bestimmen lässt. Die Westfront des Gotteshauses ist 1848/49 etwas zurückgenommen und als basilikale neoromanische Fassade neu aufgeführt worden. Archäologische Befunde und historische Bildquellen ermöglichen immerhin eine summarische Beschreibung des früheren Zustandes. Demnach hatte der romanische Kanonissenchor nur die Breite des Hauptschiffs, erreichte aber nicht ganz dessen Höhe. Sein Untergeschoss bestand aus einer Hallenkrypta, die heute zum Teil wiederhergestellt ist und auch noch ihren ursprünglichen Altar mit dem Weihetitel des ersten Kölner Bischofs Maternus enthält. Darüber in der Ostwand dieses älteren Kryptenraumes bewirkt eine Fenestella die Verbindung zur zweijochigen, dabei fünfschiffigen Vorkrypta des mittleren 11. Jahrhunderts, deren Fußboden man nur halb so tief abgesenkt hat. Ihre kleinteiligen Pfeilerstellungen sind in voller Breite nach Osten zum einige Stufen höherliegenden Kirchenschiff geöffnet. In der frühen Stauferzeit wurde noch eine säulengetragene Front vorgeblendet, deren mittlerer Risalit einen auskragenden Emporenerker für den Konventaltar bildet (vergl. St. Ursula). Die gesamte Bausubstanz ist bereits im 19. Jahrhundert und dann nochmals nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend erneuert worden, vermittelt jedoch einen zutreffenden Eindruck der hochmittelalterlichen Anlage.

    Im östlichen Sanktuarium stand beim Hochaltar das Gestühl der Kanoniker. Auf seiner Rückseite wurde offenbar vor einer Wandnische des Apsisscheitels ein unbekanntes Heiltum verwahrt, dessen Segenswirkung durch einen jetzt vermauerten Oculus nach außen dringen konnte. Vielleicht handelte es sich dabei um den Schrein mit Gebeinen des Kölner Bischofs Evergislus (+ um 590), die sein späterer Nachfolger Erzbischof Bruno (953-65) dem Stift geschenkt hatte. Nur aus liturgischen Schriftzeugnissen wissen wir von einer Querschranke unter dem Chorbogen und dem davor mittig angeordneten Kreuzaltar. Er konnte ebenso wie die beiden Nebenaltäre in den Apsiden der Seitenschiffe auch von Laien besucht werden. Die nördliche Apsis wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts durch den Bau einer spätgotischen Sakristei im Chorwinkel verdrängt. Deren romanischen Vorgänger kennen wir nicht. Konventfremde Personen betraten das Gotteshaus durch ein Portal in der nördlichen Seitenschiffswand, das sich durch sein skulptiertes Tympanon auszeichnet (vergl. St. Pantaleon). Dargestellt sind die Kirchenpatronin mit Assistenzfiguren. Eine lateinische Umschrift verheißt himmlischen Lohn für jungfräuliche Lebensführung. Sie scheint sich daher hauptsächlich an die Mitglieder des Damenkonvents zu richten und würde somit die Hypothese eines älteren Nordkreuzgangs unterstützen. Vielleicht sollten sich aber in einem allgemeiner gefassten Sinn auch andere Kirchenbesucher angesprochen fühlen - etwa Kleriker im Gefolge des Erzbischofs, der traditionsgemäß die zweite Messe des Weihnachtsfestes in St. Cäcilien feierte (vergl. St. Maria im Kapitol). Im 13. Jahrhundert errichtete man unter Einbeziehung der erwähnten Arkatur vor dem Nordportal eine Kapelle. Sie diente auch als Eingangshalle und enthielt einen Altar des heiligen Paulinus, dessen Reliquien damals aufgefunden wurden. Später übernahm sie von der im 17. Jahrhundert außer Funktion gesetzten rückwärtigen Westkrypta den Namen Maternuskapelle. Im Jahre 1838 verfiel sie dem Abriss. Ein zweites Laienportal liegt genau gegenüber in der südlichen Seitenschiffswand. Es war durch eine Galerie unmittelbar mit der benachbarten Peterskirche verbunden (vergl. St. Georg – St. Jakob).

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    St. Cäcilien, Museum Schnütgen

    Autor: Kier, Hiltrud

    ca. 3.721 Zeichen

    Museum Schnütgen (Museen), ehem. Damenstifts- und Klosterkirche: dreischiffige turmlose Basilika m ... Ganzen Text lesen

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    Museum Schnütgen (Museen), ehem. Damenstifts- und Klosterkirche: dreischiffige turmlose Basilika mit Westempore über der Krypta.
    Die ehemalige Stiftskirche für adelige Damen bildet bis heute zusammen mit St. Peter die einzig erhaltene der einst überaus zahlreichen Kölner »Kirchenfamilien«, bestehend aus Stifts- oder Klosterkirchen und daneben gelegener Pfarrkirche. Nach 1802 nutzte man den Klosterbereich von St. Cäcilien als Bürgerhospital, wodurch der Sakralbau zur Krankenhauskirche wurde. So blieb St. Peter als Pfarrkirche erhalten. Die Konventsgebäude von St. Cäcilien aber mussten bereits 1843–47 dem Neubau des Bürgerhospitals durch Johann Peter Weyer weichen. Dabei errichtete er die Westfassade der Kirche in neuromanischen Formen. Das Hospital wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben, sodass sich erneut die Frage nach Erhaltung und Nutzung des im Krieg stark beschädigten Kirchenpaares stellte. Zum Glück ergab sich für St. Cäcilien die neue Nutzung als Museum Schnütgen, dessen ehemaliger Standort in Deutz als Neubaufläche für das Landeshaus diente. Das Innere von St. Cäcilien erhielt beim Wiederaufbau anstelle der Gewölbe Flachdecken, was zu einem stimmigen Raumeindruck mit der vermutlich originalen Proportion des Kastenraumes des 12. Jh. führte. Die Gründungsgeschichte von St. Cäcilien ist vielfältig.
    Kirche und Stiftsgebäude entstanden dort, wo sich zur Römerzeit die weitläufige Anlage der Thermen ausbreitete. Der älteste Sakralbau, eine Saalkirche aus dem 9. Jh., deren Proportion im heutigen Mittelschiff erhalten ist, war bei der Gründung des adeligen Damenstiftes im Jahre 888 wohl schon vorhanden. Vermutlich im 10. Jh. zwischen 940 und 960 wurde diese Kirche durch seitliche Annexräume, einen Westchor mit Krypta und Konventgebäuden im Norden erweitert. Etwa von 1100 bis 1170 entstand mit dem Umbau zur dreischiffigen Pfeilerbasilika mit flachgedecktem Mittelschiff und gewölbten Seitenschiffen der heute im Langhaus wieder vorhandene Raumeindruck. In dieser Zeit wurde auch die Westempore über der Kryptenvorhalle neu gebaut sowie das östliche Chorjoch mit Apsis.
    Von der Ausmalung der Zeit um 1300 waren umfangreiche Teile im Chor erhalten, die allerdings nach der Entfernung der »Schutzschicht« des 19. Jh. in kaum mehr lesbarem Zustand sind. Sie zeigen in Reihenanordnung die Geschichte der hl. Cäcilia im Norden und Szenen aus dem Neuen Testament im Süden. Ein besonders interessantes Detail ist mit den Ausmalungsresten im nördlichen Obergaden verbunden, die musizierende Engel zeigen; sie markieren die Stelle, wo die vielleicht älteste Kölner Orgel im 14. Jh. ihren Standort hatte. Kreuzgang und Stiftsgebäude wurden im 12. Jh. im Westen neu gebaut, der ottonische Kreuzgang (um 940–960) im Norden aufgegeben. Der sogenannte »fränkische Bogen« erhielt sich nur, weil er in eine später errichtete, heute aber nicht mehr existierende Maternuskapelle an dieser Stelle einbezogen worden war. Das Tympanon des Nordportals zeigt die Halbfigur der hl. Cäcilia mit den hll. Valerian und Tiburtius (um 1160/70, Original im Museum Schnütgen).
    In St. Cäcilien pflegte der Kölner Erzbischof nach St. Maria im Kapitol die zweite Weihnachtsmesse zu lesen, was die besondere Bedeutung des Stifts betonte, die sich aber im weiteren Verlauf des Mittelalters verlor. 1475 wurden die Baulichkeiten unter standesgemäßem Protest der Äbtissin den Augustinerinnen übergeben, die kriegsbedingt ihr Kloster Weiher außerhalb der Stadtmauern verlassen mussten. Die Nonnen bauten im Mittelschiff die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Wölbung ein und ließen anstelle der nördlichen Seitenschiff-Apsis eine zweijochige Sakristei anbauen.

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St. Cäcilia - Museum Schnütgen

St. Cäcilien/Museum Schnütgen Cäcilienstrasse 29 50667 Köln
+49 221-221 223 10

http://www.romanische-kirchen-koeln.de/caecilien.html
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