Krämerbrücke
Im historischen Zentrum Erfurts befindet sich eine der außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten der thüringischen Landeshauptstadt: Die Krämerbrücke. Sie ist die längste bebaute Brückenstraße Europas und zählt zu den ältesten profanen Bauwerken Erfurts. Besonders beeindruckend ist die beidseitige, geschlossene Brückenbebauung, die viele Besucher in ihren Bann zieht.
Erste Erwähnung fand die beidseitig mit Fachwerkhäusern besetzte Brücke bereits im Jahre 1117 und kann somit auf ein fast 900-jähriges Bestehen zurückblicken. Urkundlich erwähnt wurde die Brücke, die zur Überquerung der Gera diente, erstmals 1156 unter der Bezeichnung „pons rerum venalium“ (Brücke der verkäuflichen Sachen). Krämer und Händler trieben also schon im 12. Jahrhundert Handel auf der Brücke. Im Laufe der Jahre wurde die Holzbrücke immer wieder Opfer von Bränden, was zu einer Erbauung einer steinernen Bogenbrücke, deren beiden Brückenköpfe jeweils eine Kirche zierte, im Jahre 1325 führte. Nach einem schweren Stadtbrand im Jahre 1472, bei dem ein Großteil Erfurts sowie sämtliche Fachwerkhäuser auf der Brücke zerstört wurden, wurde die Krämerbrücke in ihrer heutigen Form wiederaufgebaut. Auch zur Zeit der Deutschen Demokratischen Republik wurde der Krämerbrücke besonderer Bedeutung zuteil. So wurden von 1967 bis 1973 alle Häuser restauriert.
Heute beherbergt die Brücke 32 Fachwerkhäuser, von denen die meisten von Läden für Kunstwerk und Antiquitäten genutzt werden. Im Haus 31 werden Sie von der Stiftung Krämerbrücke, im Rahmen einer Dauerausstellung, über die Geschichte und Gegenwart der Krämerbrücke informiert. Erfurts größtes Stadtfest ist nach der Brücke benannt und trägt somit den Namen Krämerbrückenfest. In der unmittelbaren Nähe des einstigen mittelalterlichen Handelsplatzes befindet sich das alte gotische Universitätsgebäude, dessen bekanntester Student Martin Luther war.
