Architektur in Berlin

Hauptbahnhof

2008 gewann der Entwurf einen Preis für Eisenbahndesign. Größter Turmbahnhof Europas. Innen wie außen ein beeindruckender Bahnhofsbau.

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    Hauptbahnhof Berlin

    Autor: Baedecker Redaktion

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    Hauptbahnhof Berlin

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    Hauptbahnhof Berlin

    Wenn anderswo neue Bahnhöfe zu Shoppingzentren mit Haltestelle verkommen, so hat Berlin einen Hauptbahnhof erhalten, der diesen Namen tatsächlich noch verdient.

    Anlass für den Neubau war die Neuorganisation des Berliner Bahnnetzes. Wie London, Paris oder Moskau hatte Berlin einen historisch gewachsenen Kranz von Kopfbahnhöfen, der durch die Teilung der Stadt fragmentiert worden war. Nach der Wiedervereinigung ergriff man die Gelegenheit, aus dem unpraktischen Kranz ein Kreuz zu machen, mit zwei durchgängigen Linien von West nach Ost und von Nord nach Süd. Wo sich beide Linien kreuzen, am Ort des früheren Lehrter Bahnhofs am Spreebogen, entstand der erste wirkliche Hauptbahnhof Berlins mit nun idealen Umsteigmöglichkeiten im Fern- und Nahverkehr- und dazu noch in unmittelbarer Nähe von Bundestag und Kanzleramt.

    Kathedrale des Verkehrs
    Es war ein Geniestrich der Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner, diese Kreuzung auch als architektonisches Bild zu formulieren. Die Ost-West-Trasse existierte bereits- es ist der Viadukt von 1882, der sich mit 600 Brückenbogen von Charlottenburg über den Bahnhof Friedrichstraße bis zum Ostbahnhof durch die Stadt schlängelt. Die Architekten haben im Verlauf des Viadukts eine lang gestreckte gläserne Bahnsteighalle errichtet. Die kreuzende Nord-Süd-Linie ist eigentlich zu sehen, denn sie verläuft im Untergrund, vier Ebenen tiefer unter der Spree und Regierungsviertel hindurch. Und dennoch ist sie nachvollziehbar: Zwei mächtige Verwaltungstrakte, die bügelförmig quer über die Glashalle greifen, und eine dazwischen liegende Querhalle bilden mit ihrer Richtung die unterirdische Trasse ab. „Kathedrale des Verkehrs“ – diese Metapher kommt unwillkürlich in den Sinn, sind doch konstruktive Grundprinzipien der Gotik auch hier zu spüren: Tagen und Lasten, das Aufwährtsdrängen des Raumes, Verstrebungen der Stützen, die gotischen „Bündelpfeilern“ gleichen, sowie die gläsernen „Gewölbe“ der beiden Hallen von Längsschiff und Querschiff.
    Hier im Hauptbahnhof Berlin ist alles übersichtlich und schwelgt in Licht, tagsüber wie auch bei nächtlicher Illumination. Von der Viaduktebene aus öffnet sich der Raum in die Tiefe und sorgt für Tageslicht bis hinab zu den Nord-Süd-Bahnsteigen. Hoch anzurechnen ist den Architekten auch, dass es ihnen gelungen ist. Mit ihrem perfektionistischen Design von der Baukörperdisposition bis hinab zur Bahnsteigmöblierung den Kommerz gestalterisch in die Schranken zu weisen: Berlin hat tatsächlich einen Bahnhof und kein Einkaufszentrum mit Gleisanschluss.

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Hauptbahnhof

Hauptbahnhof Berlin Europaplatz 10557 Berlin


http://www.hbf-berlin.de
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