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Berlin
Die Hauptstadt präsentiert sich als Metropole mit einer Museumslandschaft, die sich nur im europäischen Rahmen vergleichen lässt, einem Nachtleben, das in Deutschland ohne Konkurrenz ist und europäisches Niveau erklommen hat und einem Kulturangebot,das von den Berliner Philharmonikern bis zu den Filmfestspielen reicht.
Berlin, erster Amtssitz des Bundespräsidenten, Sitz von Bundestag, Bundesregierung und Bundesrat und als Stadtstaat auch Bundesland, liegt inmitten der Norddeutschen Tiefebene, umgeben vom Land Brandenburg. Die Hauptstadtfunktion bekleidet die Spreemetropole offiziell wieder seit dem Beschluss des Deutschen Bundestags vom 20. Juni 1991 über den Umzug von Parlament und Regierung, faktisch mit der Aufnahme der Arbeit von Bundestag und Bundesregierung in Berlin im April bzw. August 1999. Die großen Bauvorhaben sind vollendet (allen voran Potsdamer Platz, Regierungsviertel und neuer Hauptbahnhof) – nicht immer zur Freude der Berliner und der Architekturkritiker, aber auf jeden Fall sehr groß und meist auch sehr teuer. Der Wiederaufbau des Stadtschlosses steht noch aus.Berlin ist ein Zentrum von Forschung und Wissenschaft mit drei Universitäten (Freie Universität, Technische Universität und Humboldt-Universität) und renommierten Forschungsinstituten wie dem Hahn-Meitner-Institut für Kernforschung sowie die bedeutendste deutsche Industriestadt, für die Namen wie Siemens, AEG und Borsig stehen. Seine Position als Messestadt hat Berlin mit der Vergrößerung des Messegeländes am Funkturm weiter ausgebaut.
Geschichte Berlins
um 600
Westslawische Stämme besiedeln den Berliner Raum.
1237
Erste urkundliche Erwähnung von Cölln: Stadtgründungsdatum
1470
Berlin wird Residenz des Kurfürstentums Brandenburg.
1709
Der erste preußische König Friedrich I. macht Berlin zur Haupt- und Residenzstadt Preußens.
1871
Berlin wird Hauptstadt des deutschen Kaiserreichs.
1948/1949
Berlin-Blockade
1961
Spaltung der Stadt durch den Mauerbau
9.11.1989
Die Mauer fällt.
1999
Bundestag und -regierung ziehen nach Berlin.
Gründung
Unter den Askaniern entstanden an der Spree beim heutigen Mühlendamm als Kaufmannssiedlungen die beiden Dörfer Berlin und das 1237 erstmals erwähnte Cölln, die sich 1307 ein gemeinsames Rathaus bauten. Den Askaniern folgten die Hohenzollern, deren Graf FriedrichII. den Grundstein zum Bau des
»Schlosses zu Cölln« legte. 1470 wurde Berlin zur Residenz des Landesherrn erhoben.
Hauptstadt Preußens.
In den nächsten 180 Jahren dezimierten die Pest und der Dreißigjährige Krieg die Einwohnerzahl beträchtlich; erst die zielbewusste Regierung des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1610–1688) brachte der Stadt und der Mark Brandenburg einen neuen Aufschwung, Anfang des 18.Jh.s wird es gar Haupt- und Residenzstadt des Königreichs Preußen. Friedrich der Große forcierte die Ansiedlung von Manufakturen, ließ repräsentative Bauten errichten und machte Berlin zur
»deutschen Hauptstadt der Aufklärung«. Nach dem Ende der zweijährigen französischen Besetzung 1808 setzte eine Entwicklung ein, die Berlin zu einer modernen Industriestadt, zum Knotenpunkt des europäischen Eisenbahnverkehrs und am Ende des 19.Jh.s schließlich zu einer Weltstadt werden ließ.
Hauptstadt desDeutschen Reichs.
Auch politisch hielt die Stadt Schritt: Mit der Proklamation des Deutschen Kaiserreichs am 18. Januar 1871 wurde sie zu dessen Hauptstadt. Betrug die Einwohnerzahl zu dieser Zeit 823000, waren es am Vorabend des Ersten Weltkriegs 1,9Millionen. Am Ende dieses Kriegs erlebte Berlin die entscheidenden Augenblicke des Werdens der deutschen Republik: Abdankung des Kaisers, Ausrufung der Republik, Spartakusaufstand und Kapp-Putsch. In diese Zeit fiel auch die Zusammenlegung einer Vielzahl von Vororten und -städten zur Stadtgemeinde Groß-Berlin. Kaum hatte sich die Republik konsolidiert und war Berlin zur
vibrierenden Metropole der Goldenen Zwanziger geworden, war auch schon alles wieder vorbei: Die Nazis feierten am 30. Januar 1933 ihren Führer und neuen Reichskanzler mit einem Fackelzug durch das Brandenburger Tor; dann verwandelten sie Berlin in die Schaltzentrale ihres Terrors. Mit der Olympiade 1936 versuchten sie das Ausland noch einmal zu blenden, doch drei Jahre später begann der Zweite Weltkrieg, an dessen Ende von zuvor 4,3Mio. Menschen noch 2,8Mio. in der Stadt lebten; von 82000 jüdischen Berlinern überlebten 7427. Das Zentrum der Stadt war zu drei Vierteln zerstört.
Kurz vor Kriegsende hatten die Alliierten in Jalta den Viermächte-Status für Berlin beschlossen. Differenzen zwischen den Mächten führten 1948 zur Blockade Berlins durch die Sowjetunion, die in ihrer Zone ein sozialistisches System etablierte. Als 1949 zunächst die Bundesrepublik und bald darauf die DDR gegründet wurden, war Berlin zweigeteilt: Westberlin als Exklave der Bundesrepublik und Ostberlin als Hauptstadt der DDR. Dort – wie auch in anderen Städten der DDR – schlugen sowjetische Panzer den Aufstand vom 17. Juni 1953 nieder. Die Spaltung der Stadt wurde durch den Mauerbau vom 13.August 1961 zementiert; erst 1963 wurde die Grenze durch das erste Passierscheinabkommen wieder etwas durchlässig. Während es in Ostberlin unter der Kontrolle der Stasi lange ruhig blieb, wurde Westberlin Ende der 1960er-Jahre zum Brennpunkt der Außerparlamentarischen Opposition und in den 1980ern zum Zentrum der linksalternativen Bewegung.
Vereintes Berlin
1989 aber bekam auch die SED den Unmut des Volkes zu spüren: Erich Honecker stürzte;seinem Nachfolger blieb nichts übrig, als am 9. November 1989 die Grenzen zu öffnen. Die feierliche Öffnung der Mauer am 22.Dezember 1989 am Brandenburger Tor beendete nach 28 Jahren symbolisch die Teilung der Stadt. Den Weg zur völligen Vereinigung der Stadthälften ebneten die
Unterzeichnung des Einigungsvertrags zwischen den beiden deutschen Staaten im Palais Unter den Linden am 31. August 1990 und die sogenannten »Zwei+ Vier-Verhandlungen«, in denen die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges mit sofortiger Wirkung ihre besonderen Rechte in Bezug auf Deutschland als Ganzes und auf Berlin suspendierten. In der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 fand zur Wiedervereinigung Deutschlands ein großes Volksfest rund um das Brandenburger Tor statt. Am Tag darauf trat das aus Volkskammer und Bundestag gebildete gesamtdeutsche Parlament im Reichstag zusammen; am 20. Juni 1991 bestimmte der erste für ganz Deutschland frei gewählte Bundestag die Verlegung von Parlament und Regierungssitz nach Berlin, das nach der Sommerpause 1999 offiziell »bezogen« wurde. Bittere Pille für die Euphorie aber bleibt die Ablehnung der Fusion von Berlin und Brandenburg per Volksentscheid im Mai 1996. Mit der Jahreswende 2000/2001 wurden die vormals 23 Berliner Bezirke auf zwölf verringert. Mit der Eröffnung des Hauptbahnhofs 2007 war der größte Abschnitt der neuen Bauvorhaben abgeschlossen. 2009 wurden die sog. Berliner Reformsiedlungen zum Weltkulturerbe erklärt, darunter die Hufeisensiedlung in Britz.
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