Schleswig-Holstein
"dat se bliven ewich tosamende ungedelt" - "dass sie ewig ungeteilt zusammenbleiben". 1460 wählten die Adelsvertreter von Schleswig und Holstein in Ripen den dänischen König Christian I. zu ihrem Landesherrn. Dafür stellte der König den anwesenden Adligen am 5. März 1460 die Urkunde von Ripen aus, in der er versprach, dass Schleswig und Holstein in Zukunft unter einer gemeinsamen Herrschaft stehen sollten. Außerdem sicherte er den Adligen die Selbstständigkeit Schleswigs und Holsteins gegenüber dem Königreich Dänemark zu.
In dem „Land zwischen den Meeren“, wie Schleswig-Holstein deshalb genannt wird, weil die Küstenlinie des Landes 3,2% der gesamten europäischen Küstenlinie einnimmt, leben unter den 2,82 Millionen Einwohnern sowohl eine dänische, als auch eine friesische Minderheit. Seit dem Ripener Abkommen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts befand sich ganz Schleswig-Holstein, mit Ausnahme des Fürstentums Lübeck, unter dänischer Verwaltung. Uwe Jens Lornsen wurde 1830 zu einem ersten Fürsprecher des deutschgesinnten Südens Schleswigs. Konflikte zwischen Deutschen und Dänen zeichneten sich ab; es entbrannte der Schleswig-Holsteinische Krieg (1848 bis 1851), der sich schließlich durch das Eingreifen von Preußen und Österreich zum Deutsch-Dänischen Krieg ausweitete. 1867 wurde ganz Schleswig-Holstein schließlich preußische Provinz.
1882 fand die erste Kieler Woche statt, die sich heute zum größten Segelsportereignis der Welt und größten Sommerfest Nordeuropas entwickelt hat. Kulturell spiegelt sich die noch immer starke Verbindung zwischen Deutschland und Dänemark wider, sei es in den skandinavische Einflüsse in der Architektur oder die mittelalterlichen Relikte der einstigen prachtvollen Hansestadt Lübeck. Literarisch machen Namen wie Matthias Claudius, Theodor Storm oder Thomas Mann, dessen „Buddenbrooks“ Lübeck zu Ruhm verhalf, auf Schleswig-Holstein aufmerksam. Nicht zuletzt das 1986 von Justus Frantz gegründeten Schleswig-Holstein Musik Festival, das größte Klassikfestival Europas, zeigt die kulturelle Vielfalt des kleinen Bundeslandes zwischen Nord- und Ostsee. Das Festival präsentiert alljährlich im Juli und August etwa 130 Konzerte, die auf 30–50 Spielstätten im ganzen Land verteilt werden. Im Jahr 2009 erkannte das Welterbekomitee der UNESCO das Wattenmeer als Weltnaturerbe an.
