Sachsen-Anhalt
Das Bundesland im östlichen Zentrum Deutschlands ist mit seinen vielgestaltigen Landschaften und der höchsten Dichte an UNESCO-Weltkulturerbestätten innerhalb Deutschland ein echtes kulturelles Schwergewicht. Ein absolutes Muss für Kulturinteressierte wie für Naturfreunde!
Das Gebiet des heutigen Bundeslandes gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten Deutschlands. Unter den vielen vor- und frühgeschichtlichen Fundstätten wie der Kreisgrabenanlage von Goseck, einem jungsteinzeitlichen Sonnenobservatorium, in der heute jedes Jahr die Sommersonnenwende gefeiert wird, ragt der Sensationsfund der frühbronzezeitlichen Himmelsscheibe von Nebra heraus. Sie kann heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle an der Saale bewundert werden, während der Himmelsscheibe selbst mit der Arche Nebra in der Nähe des Fundortes ein eigenes Museum gewidmet ist. Während des Hochmittealters stellte das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt ein politisches und kulturelles Zentrum ersten Ranges dar. Entlang der Straße der Romanik, die einen Teil der europäischen Kulturstraße Transromanica bildet, können unzählige Dome, Burgen, Klöster und Kirchen aus der Zeit vom 10. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts entdeckt werden. Darunter sind vor allem die Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg, der Magdeburger Dom, der wohl ältesten gotischen Kathedrale auf deutschem Boden sowie die ottonische Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode hervorzuheben. Die beiden Lutherstädte Eisleben und Wittenberg erzählen von der bewegten Geschichte Martin Luthers und der Reformation des 16. Jahrhunderts. In der alten Residenzstadt Dessau und Umgebung befinden sich mit dem 1925 hierhin verlegten Bauhaus samt den zugehörigen Werkstätten sowie dem Dessau-Wörlitzer-Gartenreich gleich zwei Weltkultererbestätten.
Naturliebhaber und Wanderfreunde werden auch den Nationalpark Harz im Nordwesten des Bundeslandes schätzen, in dem sich mit dem 1141m hohen Brocken der höchste Berg im Norden Deutschlands erhebt. Aber auch im Süden des Landes finden sich neben der bekannten Weinanbauregion Saale-Unstrut die wunderschönen Naturparks Unteres Saaletal und Dübener Heide. Es gilt aber auch die jüngere Geschichte des Bundeslandes zu entdecken, in der der Süden um das Mitteldeutsche Chemiedreieck Halle/Merseburg/Bitterfeld vor allem als Industriestandort Bedeutung erlangte. Aber auch das bis heute wichtige Mitteldeutsche Braunkohlerevier erstreckt sich über Sachsen-Anhalt. In der Nähe von Gräfenhainichen bei Dessau ist auf einem ehemaligen Tagebaugelände mit Ferropolis ein Museum für Industriekultur entstanden. Das Gelände wird regelmäßig auch für große Veranstaltungen wie das alljährlich dort stattfindende Melt-Festival genutzt.
