Bürgersaal
Die barocke Bürgersaalkirche in der Altstadt von München diente als Bet- und Versammlungssaal der Marianischen Männerkongregation und wurde erst 1778 zu einer Kirche geweiht.
Die Mitglieder der 1610 gegründeten Marianischen Männerkongregation „Mariä Verkündigung“ entschlossen sich einen Neubau ihres Versammlungssaales zu errichten, nachdem der alte zu klein geworden war. Sie entschieden sich für einen Bauplatz in unmittelbarer zu Nähe zu dem Jesuitenkloster St. Michael, in dessen Gymnasium die Gründung der Vereinigung stattgefunden hatte. Es entstand ein zweigeschossiger Bau, der durch den Freisinger Fürstbischof Ludwig Joseph Freiherr von Welden zur Kirche geweiht wurde. Er entstand nach den Plänen des italienischen Baumeisters Giovanni Antonio Viscardi, der entsprechend der Fassade den Innenraum in eine Unter- und Oberkirche gliederte. Ausgeführt wurde der Bau von Johann Georg Ettenhofer. Der untere Part besteht aus einem fensterlosen, dreischiffigen Raum, der erst seit Ende des 19. Jahrhunderts zusammen mit der Kongregationsdruckerei zur Krypta umgewandelt wurde. Er fungiert mittlerweile als Grabeskirche des Seligen Paters Rupert Mayer. Darüber befindet sich ein barocker Kongregationssaal mit einem modernen Deckenbild. Das ehemalige Deckenfresko „Mariae Himmelfahrt“ vom klassizistischen Freskenmaler Martin Knoller wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und als einziges Element im Innern nicht rekonstruiert. Das bedeutendste und noch erhaltene Kunstwerk in der Oberkirche ist die Schutzengelgruppe von Ignaz Günther.
In ihrer Ursprungsfunktion verändert, weist diese Kirche eine ungewöhnliche Architektur und beeindruckende Ausstattung auf.
Neuhauser Straße 14 80333 München
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