Nürnberg
Albrecht Dürer ist wohl der berühmteste Sohn der Stadt Nürnberg. Er wurde 1471 hier geboren und blieb der Stadt, bis auf einige Reisen ins Ausland, treu. Er hatte in der Nürnberger Altstadt sein Wohnhaus mit Werkstatt, das heute besichtigt werden kann. Das Albrecht-Dürer-Haus wurde gegen 1420 errichtet und in den Galerieräumen im Dachgeschoss werden in Wechselausstellungen originale Werke von Dürer und Kopien gezeigt.
Nürnberg ist heute mit rund 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bayerns. Eine Gründung der Stadt fand vermutlich zwischen 1000 und 1040 nach Christus statt. 1050 wurde die Siedlung, die von Anfang an das Marktrecht hatte, erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Friedrich II. ernannte Nürnberg 1219 zur Freien Reichsstadt, was einen wirtschaftlichen Aufschwung nach sich zog. Mehrere Kaiser besuchten und unterstützten die Stadt, sodass sie rasch anwuchs und zu Wohlstand gelangte, zwischen 1470 und 1530 erlebte sie ihre Blütezeit. Der Reichtum der Stadt begründete sich zum einen auf die ausgezeichneten Handwerker und zum anderen auf die günstige Lage als Handelsplatz in der Mitte Europas. Nürnberg zählte damals neben Köln und Prag zu den größten Städten des Heiligen Römischen Reiches. Auch die Künstler hatten von jeher in der Stadt einen guten Ruf und 1792 wurde hier der erste Kunstverein Deutschlands gegründet. Während des Nationalsozialismus wurde Nürnberg als „Stadt der Reichsparteitage“ zu einem der wichtigsten Orte nationalsozialistischer Propaganda. Die Nürnberger Gesetze, die dem Antisemitismus eine juristische Grundlage gaben, wurden 1935 vom Reichstag beschlossen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Nürnberg noch eine politisch wichtige Rolle. Denn hier hielten die Siegermächte die Nürnberger Prozesse gegen führende Kriegsverbrecher der nationalsozialistischen Diktatur ab.
Noch heute ist Nürnberg ein Zentrum für Kunst und Kultur. Bauwerke aus allen Jahrhunderten, wie die Sebalduskirche (1230 bis 1275), das Pellerhaus (1602 bis 1605) oder die Egidienkirche (1711 bis 1718) zeugen von der vielfältigen Architektur der Altstadt. Auch der Hauptbahnhof und das Opernhaus aus dem beginnenden 20. Jahrhundert sind sehenswerte Baudenkmale der Stadt. Freunde zeitgenössischer Kunst sollten sich auf keinen Fall einen Besuch der Kunsthalle Nürnberg und des Neuen Museums entgehen lassen. Ein absolutes Muss für Lebkuchen- und Marzipanfans ist der alljährliche Christkindlmarkt, einer der größten Weihnachtsmärkte Deutschlands.
