Bremer Rathaus
Das Bremer Rathaus gehört seit 2004 zusammen mit dem Bremer Roland zum UNESCO Weltkulturerbe. Das Rathaus darf diesen Titel tragen, weil es zu den bedeutendsten Bauwerken der Gotik und der Weserrenaissance in Europa gehört. Der Senat und dessen Präsident, sowie der Bürgermeister der Freien Hansestadt Bremen haben ihren Sitz im Rathausgebäude. Prachtvoll steht das Bremer Rathaus auf dem Marktplatz der Altstadt in direkter Nachbarschaft zu zahlreichen Highlights der Stadt, wie beispielsweise dem Bremer Roland, dem Dom und der Bronzeplastik der Bremer Stadtmusikanten von Gerhard Marcks.
Bereits Mitte des 13. Jahrhunderts ist ein Rathaus in Bremen erwähnt, welches an der Ecke Sögestraße und Obernstraße stand. Als Bremen sich um 1400 auf dem Höhepunkt der städtischen Entwicklung befand, wurde ein neues Rathaus konzipiert und zwischen 1405 und 1410 erbaut. Es handelte sich um einen gotischen Saalgeschossbau mit Zinnenkranz und Wehrgang vor dem Untergeschoss. Auch die Figuren des Kaisers und der sieben Kurfürsten, die auf der Marktplatzseite zu sehen sind, sowie jene der Propheten und Weisen auf der Ost- und Westseite entstanden zu dieser Zeit. In den folgenden zwei Jahrhunderten wurden immer wieder Veränderungen am Gebäude vorgenommen. Vor allem Anbauten waren beliebt, um mehr Platz zu schaffen. Um 1600 beschloss der Senat die bis dahin eher schlichte Front zu Repräsentationszwecken umzubauen und engagierte den Baumeister Lüder von Bentheim. Zwischen 1608 und 1612 erfolgten dann die Umbauarbeiten: Der Mittelteil wurde abgerissen und ein gläserner Erker mit flandrischem Giebel nahm diesen prominenten Platz ein. Die Fassade wurden nun im Stil der Weserrenaissance gestaltet: Reich an Architekturelementen, Figuren und Reliefs begeistert sie auch heute noch den Besucher. Bei diesem Baustil handelt es sich um eine regionale Variante der nordischen Renaissance. Von 1819 bis 1908 wurde das hinter dem Rathaus liegende Stadthaus für Verwaltungsangelegenheiten mitgenutzt. Das damals noch klassizistische Gebäude genügte bald den räumlichen und repräsentativen Ansprüchen der Stadt nicht mehr. Der Münchner Architekt Gabriel von Seidl erhielt bei einem Wettbewerb den Auftrag das Rathaus und das Stadthaus zu einem harmonischen Gesamtbau zu verbinden. Das Gebäude des Stadthauses wurde stark vergrößert und mit Klinker und Kupferdach im Stil der Neorenaissance ausgestattet. Den Zweiten Weltkrieg, in dem mehr als 60 Prozent von Bremen zerstört wurde, überstand das Rathaus weitgehend unbeschädigt. Mehrfache Restaurierungen waren trotzdem nötig, die letzte wurde 2003 vorgenommen.
Besucher können das Rathaus täglich bei Führungen besichtigen. Gönnen Sie sich eine Weinprobe im Ratskeller oder tragen Sie sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Das Bremer Rathaus sollte man gesehen haben!
