Sanssouci
Das Schloss Sanssouci mit dem gleichnamigen Park ist die größte Parkanlage in der brandenburgischen Kulturlandschaft. Das von der UNESCO so genannte preußische Versailles steht seit 1990 unter ihrem Schutz als Weltkulturerbe. Die über 5000 Hektar große Anlage mit dem weitläufigen Schlosspark wurde als ein herausragendes Beispiel von Architekturschöpfungen vor dem geistigen Hintergrund der Monarchie mit dem Wunsch nach enger Verbindung zwischen Wohnkultur und freier Natur ausgezeichnet. So verbindet das Schloss heute den Weinberg über die Terassen herab auf eindrucksvolle Weise mit der dahinterliegenden Gartenlandschaft.
Ein sorgenfreies (frz. sans souci „ohne Sorge“) Lustschloss und keinen repräsentativen Bau wünschte sich Friedrich der Große am 13. Januar 1745 als er dem Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff den Auftrag erteilte, ein Schloss für ihn zu entwerfen. Seine „maison de plaisance“ sollte im Stil des Rokoko entstehen und der Ausübung seiner privaten Interessen dienen. Es entstand eine Sommerresidenz mit nur zwölf reichverzierten Räumen. Die Räume bewohne der Herrscher meist allein, seine Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern, mit der er seit 1733 verheiratet war, lebte nach seiner Thronbesteigung 1740 auf Schloss Schönhausen bei Berlin, so war Sanssouci war auch sans femmes (ohne Frauen).
Das Gegenstück dazu bildet das ganz im repräsentativen Stil des Barock erbaute riesige Gästeschloss- das Neue Palais, das sich auf der Westseite findet.
Auf einem Weinberg angelegt, sind die Terrassen an der Gartenseite des Schlosses sechsmal unterteilt .In der Mittelachse führen heute 132 Stufen den Hang hinab, an beiden Seiten des Hanges von je einer Auffahrtrampe gerahmt. Zum Liebligsschloss des Kunst und Philosophieinteressierten Herrschers gehörten zu seiner Zeit zudem die Bildergalerie, das Schloss Neue Kammern, das Belvedere auf dem Klausberg, der Freundschafts- und das Antikentempel und das Drachenhaus.
Unter Friedrich Wilhelm IV. wurde das Schloss zwischen 1840 und 1842 um zwei Seitenflügel erweitert. Unter seiner Federführung entstanden auch Schinkels Schloss und Park Charlottenhof im Süden; die Römischen Bäder, das Orangerieschloss im Norden sowie der Normannische Turm und das Gebäudeensemble der Friedenskirche.
Der weitläufige Gesamtkomplex wird von der etwa 2,5 Kilometer langen Hauptallee gegliedert. Seine zahllosen Bauten und fünf Parkanlagen werden vielseitigen Besucherinteressen gerecht.
In den kostbar verzierten Räumen des Schlosses Sanssouci ist nach aufwendiger Restaurierung ein Einblick in die privaten Residenz Friedrich des Großen möglich.
Bei einem Spaziergang durch das abwechslungsreiche Parkareal können Sie weitere Besonderheiten, wie den Chinesischen Pavillon, ein Zeugnis der damals modischen Chinoiseriebegeisterung, entdecken.
