Magdeburger Dom
Der Dom zu Magdeburg St. Mauritius und Katharina ist die Grabkirche Kaiser Ottos I., der wohl schon zu Lebzeiten Magdeburg als seinen eigenen Begräbnisort bestimmte und seit den 950er Jahren die Einrichtung eines Erzbistums in Magdeburg vorantrieb. In dieser Zeit begann er nachweislich mit einem repräsentativen Neubau. 968 wurde Magdeburg zur Erzdiözese erhoben und Adalbert von Trier wurde erster Erzbischof. Im Jahr 973 fand die feierliche Beisetzung Ottos hier statt.
Im Jahr 1207 zerstörte ein Feuer den Dom und auch die Kaiserpfalz. Albrecht I. von Käfernburg begann ab 1209, die Ruinen der Kathedrale abzureißen und einen neuen Dom zu errichten, bei dem Spolien, Überreste des alten Domes, wiederverwendet wurden. Dabei wurden allmählich die gotischen Formen in den Neubau mit einbezogen. Den Umbruch von der Romanik zur Gotik lässt sich eindrucksvoll an dem Umgangschor nachvollziehen, dessen Erdgeschoss noch eher romanisch, das Obergeschoss jedoch bereits gotisch geprägt ist. In der Mitte des 13. Jahrhunderts kam es zu einer mehrjährigen Bauunterbrechung, da man den Dom noch höher und größer bauen wollte, als ursprünglich geplant. Eine Weihe fand schließlich 1363 statt. Von dieser letzten Phase der Hochgotik zeugen die Gewölbe im Mittelschiff und die Westfassade, die aufwendig mit Skulpturen geschmückt wurde. Im 16. Jahrhundert wurde Magdeburg zu einer Hochburg der Reformation und 1567 wurde der Dom protestantisch, was zur Folge hatte, dass General Tilly mit seinen Truppen den Dom 1631 plünderte und stark beschädigte. Doch noch heute ist der Dom evangelische Pfarr- und Bischofskirche. Nachdem der Dom die Säkularisation und die folgende Herabwürdigung der Franzosen überstanden hatte, wurde er zwischen 1826 und 1834 umfangreich restauriert. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges fanden Wiederaufbauarbeiten statt, die 1955 abgeschlossen waren.
Seit 2008 hat der Magdeburger Dom wieder eine Hauptorgel auf der Westempore, die nun die größte Orgel in Sachsen-Anhalt ist. Regelmäßige Orgelkonzerte und Auftritte des Magdeburger Domchores erfreuen die Besucher und lassen das Instrument in seiner ganzen Klangfülle erstrahlen. Der Dom birgt in seinem Inneren aber auch noch etliche andere Schätze, etwa zehn Skulpturen der Klugen und Törichten Jungfrauen an der Paradiespforte von 1240/50 oder die antiken Säulen aus Porphyr, Marmor und Granit in der Apsis, die möglicherweise aus Ravenna stammen. Nicht zuletzt das Grab Kaiser Ottos des Großen, dem wir diesen wunderbaren Bau verdanken, können Besucher im Chor betrachten.
