Siegessäule
Auf dem Großen Stern inmitten des Tiergartens steht mit der Siegessäule eines der imposantesten und bekanntesten Wahrzeichen Berlins. Ursprünglich als Denkmal zur Erinnerung an die siegreichen deutschen Einigungskriege im 19. Jahrhundert errichtet, bildet sie heute vor allem als Aussichtspunkt bzw. als Kulisse für Großveranstaltungen einen Magnet für Besucher und Einheimische zugleich.
In den Jahren von 1864 bis 1873 wurde die Säule nach Plänen Heinrich Stracks' anlässlich der preußischen Siege im Deutsch-Dänischen 1864, Deutschen 1866 und Deutsch-Französischen Krieg 1870/1 auf dem heutigen Platz der Republik, ehemals Königsplatz errichtet und am 2. September 1873 als „Nationaldenkmal der Einigungskriege“ eingeweiht. Jede der ursprünglich drei Säulentrommeln war dabei einem der Kriege gewidmet und mit erbeuteten Geschützrohren aus dem jeweiligen Krieg versehen worden. In der Zeit des Nationalsozialismus fügte man nicht nur eine weitere Säulentrommel aus Anlass des Sieges über Frankreich 1940 hinzu, sondern versetzte die gesamte Säule im Rahmen der geplanten Umgestaltung Berlins zur Welthauptstadt Germania in den Jahren 1938/9 auf ihren heutigen Standort am Großen Stern. Im Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt, sollte die Siegessäule zunächst gesprengt werden, bleib dann aber doch erhalten und konnte bis zur umfangreichen Renovierung am Ende der 1980er Jahre vollständig wiederhergestellt werden. Im Zuge von noch bis Mai 2011 andauernder Sanierungsmaßnahmen wird die Siegessäule erneut einer umfassenden Renovierung unterzogen.
Die 67 Meter hohe Säule ruht auf einem Sockel, der ebenso wie die darauf befindliche runde Säulenhalle aus rotem Granit gefertigt ist. Die bronzenen Reliefplatten am Sockel sowie das von Anton von Werner geschaffene Glasmosaik in der Säulenhalle zeigen Szenen der Einigungskriege. Auf den darauf aufsitzenden vier Säulentrommeln thront die vergoldete Bronzestatue der Siegesgöttin Viktoria, die der Volksmund „Goldelse“ getauft hat. Die Säule auf dem Mittelplatz des Großen Sterns ist nur über einen unterirdischen Tunnel zu erreichen, zu dem vier neoklassizistische Torhäuser am äußeren Rand des Platzes Zugang gewähren. Wer die 285 Stufen im Innern der Säule auf sich nimmt, genießt von einer Aussichtsplattform auf 50 Metern Höhe einen grandiosen Blick über den Tiergarten und das weitere Stadtareal. Im Rahmen vieler Großveranstaltungen auf der Straße des 17. Juli wie der Loveparade oder der Fanmeile bildet die Siegessäule regelmäßig eine beliebte Anlaufstelle.
Grosser Stern 1 10785 Berlin-Tiergarten
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