Kulturmagazin

Was ist bunt, weltberühmt und wurde nicht ein einziges Mal geputzt?

von Daniela Günther (24.08.2012)

Die Rede ist vom Richter Fenster im Kölner Dom. Am 25. August 2007 wurde es feierlich eingeweiht. Geschaffen vom Gegenwartskünstler Gerhard Richter schmückt es nun seit 5 Jahren das Südquerhaus des Kölner Doms.

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Eigentlich sollten sechs Märtyrer des 20. Jahrhunderts dargestellt werden. Stattdessen schlug Gerhard Richter etwas ganz Neues vor und schuf ein buntes Mosaik aus 11.263 Quadraten. Die Komposition erscheint einfach und zufällig. Doch der Schaffensprozess war alles andere als einfach. Es musste die genaue Größe der Quadrate bestimmt werden. Sie durften weder zu klein, noch zu groß sein. Schließlich sollte man sie von unten gut erkennen können. Die endgültigen Maße sind: 9,6 cm x 9,6 cm. Aber auch die Auswahl der Farbe war schwierig, denn durch den Lichteinfall erscheinten manche Farben viel zu hell, fast weiß. Daher mussten Sie genau angepasst werden. Letztendlich haben es 72 Farben in das Werk geschafft und wurden nach dem Zufallsprinzip angeordnet.

Doch bis heute wurde das Fenster nicht geputzt. Außer ein bißchen Staub sei kein Schmutz auf den Fenstern, beteuert Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner. Zudem würde keines der Domfenster geputzt werden. Sollte es dennoch dazu kommen, dass das Fenster nicht mehr im Sonnenlicht erstrahlt, werde man es selbstverständlich reinigen lassen.

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Doch nicht jeder war von Anfang an begeistert von der Idee Richters. Es gab auch einige kontroverse Stimmen zu dem Bleiglasfenster. Allen voran ausgerechnet der Kölner Kardinal Joachim Meisner. So war er doch der Meinung, dass Fenster könne genauso gut in einer Moschee hängen. Aber die kritischen Stimmen verstummten. Laut Schock-Werner kommen einige Menschen erst aufgrund des Fensters in den Dom.

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Und das kann man gut verstehen, denn die Symbiose zwischen Gegenwart und Vergangenheit wird in Richters Werk auf einzigartige Weise dargestellt. Auf Bildern wirken die bunten Quadrate fast wie Pixel, die digital vergrößert wurden. Doch seine ganze Pracht offenbart das Fenster erst im Sonnenlicht. Wenn die Sonne durch die kleinen Glasmosaike scheint und bunte Strahlen quer durch den Dom zaubert, dann muss man einfach stehen bleiben und staunen!

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