Kulturmagazin

Anselm Kiefer – Lebensstationen eines Künstlers

von Sara Entrup (10.08.2012)

Noch bis zum 16. September zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn Arbeiten des deutschen Malers und Plastikers Anselm Kiefer. Ausgestellt werden 24 teils mehrteilige Kunstwerke aus den Jahren 1978 bis 2012. Anlässlich der Ausstellung mit dem Titel „Am Anfang. Anselm Kiefer. Werke aus dem Privatbesitz Hans Grothe“ lohnt sich ein Blick auf die abwechslungsreiche Biographie des erfolgreichen Künstlers.

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Am 8. März 1945 wird Anselm Kiefer als Sohn des Kunstpädagogen Albert Kiefer und seiner Frau Cilly geboren – in einem Luftschutzkeller eines Krankenhauses in Donaueschingen. Seine Kindheit verlebte er im kulturträchtigen Baden-Württemberg, unter anderem in der Residenzstadt Rastatt.

Anfänge im Schwabenland

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Auch während seines Studiums verlässt Anselm Kiefer das Bundesland zunächst nicht. 1965 beginnt er sein Studium in Freiburg im Breisgau: Jura-, Romanistik und Literatur. Parallel dazu studiert er Malerei bei Peter Dreher in Freiburg und anschließend bei Horst Antes in Karlsruhe.
Wer sich auf die Spuren von Anselm Kiefer begibt, kommt an Baden-Württemberg nicht vorbei. Dem einstigen Literaturstudenten müsste die literarische Vielfalt seines Heimatlandes gefallen. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich diese auf der schwäbischen Dichterstraße. Die touristische Ferienstraße führt von Bad Mergentheim nach Meersburg; vorbei an über 90 literarischen Museen und Gedenkstätten. Aber auch Städte wie Rastatt, Freiburg und Karlsruhe liegen auf ihrem Weg – wichtige Stationen also für jenen Ausnahmekünstler, der sich in seinem Werk immer wieder lyrischer Versatzstücke bedient.

Zwischen Rückkehr und Aufbruch

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Bis 1972 führt Kiefer seine Ausbildung an der Düsseldorfer Akademie fort. Inspiriert von seinem neuen Lehrer Joseph Beuys rückt er nun die Aufarbeitung der deutschen Geschichte ins Zentrum seiner Arbeiten.
Nach dem Studium zieht er zurück nach Baden-Württemberg, wo er in Hornbach bei Heidelberg eine ehemalige Fabrik erwirbt – mit verschiedenen Werkhallen und einer stillgelegten Ziegelei als Atelier.
Nach der Trennung von seiner Frau verlässt Kiefer im Jahre 1991 Deutschland, um ausgedehnte Reisen nach Indien, Mexiko, China und in die USA zu unternehmen.

Neuanfang in Frankreich

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1993 dann verlegt Kiefer seinen Wohnsitz nach Südfrankreich. Er richtet sich in der stillgelegten Seidenfabrik La Ribaute in Barjac in der Region Languedoc-Roussillon ein großes Atelier ein. In dieser beschaulichen Gegend lässt er den Pinsel eine Zeit lang ruhen und beginnt stattdessen mit neuen natürlichen Materialien zu experimentieren: mit Holz, Erde und Pflanzen. Eine Entwicklung, die angesichts all der idyllischen Ortschaften inmitten weitläufiger Natur nur konsequent erscheint.

Zurück in den Trubel

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2008 zieht es den Künstler schließlich doch wieder in den Trubel. Nach Paris, wo er bis heute als Professor an dem berühmten Collège de France lehrt. Dass Paris jederzeit eine Reise wert ist, ist kein Geheimnis. Doch auch in touristisch scheinbar ausgeschlachteten Städten gibt es stets etwas Neues zu entdecken – die unbekannteren Stadtviertel und Straßenzüge zwischen Montmatre und Montparnasse etwa.


Bildhinweise:
1. Am Anfang: © Anselm Kiefer, 2011, courtesy Stiftung für Kunst und Kultur e.V., Bonn
2. Porträt Anselm Kiefer: © Anselm Kiefer, 2006. Foto: Renate Graf
3. Ausstellungsansicht Bavel Balal Mabul: © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Foto: David Ert
4. Voyage au bout de la nuit: © Anselm Kiefer, 2011, courtesy Stiftung für Kunst und Kultur e.V., Bonn
5. Mutatuli, Anselm Kiefer: © Anselm Kiefer, 2011, courtesy Stiftung für Kunst und Kultur e.V., Bonn
6. Ausstellungansicht, ohne Titel, Anselm Kiefer: © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Foto: David Ertl

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