Kulturmagazin

Hello Olympia

von Katja Lüdemann (27.07.2012)

Jetzt ist es wieder soweit, die Olympischen Sommerspiele rufen Athleten und Fans aller Nationalitäten in die Sportstadien dieser Welt. Die diesjährige Sportveranstaltung findet bereits zum dritten Mal in der britischen Hauptstadt London statt.

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Unter dem Motto „Inspire The Generation“ begrüßen die Londoner die Welt. Und während die Gastgeberstadt für sich wirbt, können Athleten nationale und internationale Berühmtheit erlangen. Vom 27. Juli bis zum 12. August finden aber nicht nur Sportveranstaltungen statt, auch Kunst und Kultur kommen nicht zu kurz.
» Inspire The Generation «

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Das "London 2012 Festival" hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Egal ob Konzerte, Kunstausstellungen, Tanzdarbietungen, Theaterinszenierungen oder Straßenkunst – auch für den kleinen Geldbeutel ist einiges dabei. Werfen Sie zum Beispiel einen Blick in die Queen Elizabeth Hall, schauen Sie in der einzigartigen Sammlung des Victoria and Albert Museums vorbei oder begegnen Sie Damien Hirst in der Tate Modern. Eines jedenfalls sollten Sie tun: Genießen Sie bei Ihrem Streifzug London zwischen Trend und Tradition.

Mythos Olympia

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Kulturgeschichtliches wissen auch die Olympischen Spiele zu berichten. Sie haben eine lange Tradition. Archäologischen Funden zufolge fanden die ersten Spiele um das zweite vorchristliche Jahrhundert auf der griechischen Halbinsel Peloponnes statt. Die Ursprungslegende erzählt von einem Wagenrennen zwischen Pelops und Oinomaos, dem König von Elis. Oinomaos hatte bereits viele Freier seiner Tochter Hippodamia im Wagenrennen besiegt und daraufhin erschlagen. Pelops jedoch ging aus dem Rennen gegen den König als Sieger hervor. Zu verdanken hatte er den Sieg und sein Leben den geflügelten Pferden des Poseidon. Als Gewinner konnte er obendrein die Tochter des Oinomaos zur Frau nehmen. Den Rang des Königs aber erhielt Pelops durch einen Mord – den Mord an seinem Schwiegervater. Als Sühne für seine Blutschuld stiftete er schließlich die Olympischen Spiele.
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Andere Quellen besagen, dass die Spiele auf die Verehrung von Rhea zurückgehen. Die alten Griechen würdigten die Mutter des Zeus mit kultischen und sportlichen Festen.
Ebenfalls zu Ehren der Götter wurden die Pythischen Spiele in Delphi, die Nemeischen Spiele in Nemea und die Isthmischen Spiele von Korinth abgehalten. Gemeinsam mit den Olympischen Spielen bildeten sie den Zyklus der Panhellenischen Spiele. Hierzu waren zunächst nur griechische Athleten zugelassen. Dies änderte sich mit der wachsenden Bedeutung des Römischen Reiches. Mit dem Sieg der Römer über Makedonien im Zweiten Punischen Krieg öffnete sich der Wettkampf auch anderen Nationalitäten. 393 nach Christus ließ Kaiser Theodosius I. die Spiele schließlich aber als heidnische Zeremonie verbieten.

Der Grundgedanke bleibt

Doch der Grundgedanke der Spiele lebte fort; in Frankreich fanden die „Olympiades de la République“ statt und in England wurden im 17. Jahrhundert neben den „Cotswold Olympick Games“ auch die „Wenlock Olympian Society Annual Games“ ausgetragen. In ihrer Tradition stand schließlich auch Pierre de Coubertin: Der französische Baron gründete 1894 das Internationale Olympische Komitee (IOC). Beeinflusst von den archäologischen Funden der Sport- und Tempelanlage in Olympia 1766 beschloss Coubertin, den Olympischen Spielen neues Leben einzuhauchen. Seine Idee, sein Ideal: Nicht auf dem Schlachtfeld sollten sich die Menschen messen, sondern bei sportlichen Wettkämpfen.

Friedlicher Wettstreit

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So fanden 1896 die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Mit rund 250 Athleten. In Athen. Sie wurden begeistert aufgenommen. In den folgenden Jahren hatten die Veranstalter jedoch immer wieder mit Korruption, Boykotten, Doping und Terrorismus zu kämpfen. Die olympischen Schattenseiten zogen den sportlichen Leitgedanken in Mitleidenschaft. Doch trotzen die Sommerspiele ihnen immer wieder. Ihre Symbole und Zeremonien zelebrieren die Einheit und Zusammengehörigkeit der Nationen. Das wohl bekannteste Symbol sind die fünf ineinander verschlungenen Ringe der Olympischen Flagge. Sie versinnbildlichen die fünf an den Olympischen Spielen beteiligten Kontinente.

Umstrittene Rituale

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Zu den eher denkwürdigen Bräuchen gehört das Entzünden des Olympischen Feuers: Zwar reicht die Tradition des Fackellaufs bis in die griechische Antike zurück, doch waren es die Berliner Sommerspiele von 1936, die den Brauch neu belebten. Jene Spiele also, die ganz im Zeichen des Rassismus und der nationalsozialistischen Gesinnung standen.
Braucht es also diesen Lauf, dessen Höhepunkt die Entzündung des olympischen Feuers ist? Die Olympischen Spiele von 2012 jedenfalls haben an ihm festgehalten. Wenn er auch aufgrund der Proteste der letzten Spiele nur durch Griechenland und Großbritannien führte. Heute nun wird er zu seinem Ende kommen. Der Schlussläufer wird in London das olympische Feuer entzünden und damit die Spiele eröffnen.

Feierlich entflammt

Sollte das Wetter am heutigen Eröffnungstag doch noch typisch britisch werden, verbringen Sie doch einen Nachmittag im British Museum, treffen Sie dort auf Shakespeare und andere bedeutende Briten. Lernen Sie so die Geschichte Londons kennen.

Eine charmante Reise

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Oder doch lieber den Sonnenschein nutzen und selbst ein bisschen aktiv werden? Der Hyde Park, Londons grüne Lunge, lockt nicht nur mit Wettbewerben wie Schwimmkämpfen und einem Triathlon, sondern auch mit Straßenkunst und einer bunten Mischung an Menschen und Kultur. Begeben Sie sich auf eine Reise durch Londons Charme. Ein Charme, der vor allem auch aus so verschiedenen und bunten Stadtteilen wie Soho, China Town und Notting Hill erwächst.
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Natürlich locken auch die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wie wäre es etwa mit einem Tee bei der Queen im Buckingham Palace oder einem Besuch im altehrwürdigen Westminster Abbey, wo Prinz William vor etwa einem Jahr seiner Kate das Ja-Wort gab? Ebenfalls zu den Highlights der Stadt gehört ein Sparziergang entlang der Themse mit anschließender Fahrt im London Eye; hier können Sie London – sehen – hören – und entdecken.

Public Viewing und Urban Partying

Lernen Sie London und seine Bewohner kennen! Während der gesamten Spiele wird vielerorts zum Public Viewing eingeladen und zum gemeinsamen Feiern aufgefordert. Zu den emotionalsten Momenten der Sportveranstaltung gehört aber die Abschlussfeier; während die Athleten bei der Eröffnung das Stadion noch nach ihren Nationalitäten getrennt betreten, ziehen sie am Ende der Spiele gemeinsam in die Sportstätte ein. Ein Akt, der den Grundgedanken der Verbundenheit nach den Wettkämpfen verdeutlicht und das betont, wofür Olympiaden stehen: für die Freude an der Gemeinsamkeit, am Sport und an den verschiedenen Kulturen der Welt und ihren Menschen.


Mehr Informationen zu "London Festival 2012" finden Sie hier.


Rechtehinweise:
Hans Peter Schaefer: Blick auf die Tate Modern (Wikipedia)
joanbanjo: Pelops und Hippodamia(Wikipedia)
sandbox: Griechische Vase mit Läufern/Naamar (Wikipedia)
Gonzolito: Die London Bridge mit den fünf Olympischen Ringen (Wikipedia)
Rosso Robot: Die Fackelentzündung der Olympischen Spiele (Wikipedia)
René Ehrhardt: Seitenansicht Westminster Abbey (Wikipedia)
Diliff: Gesamtansicht Buckingham Palace (Wikipedia)

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