Kulturmagazin
Die Energie in der Architektur - ein ganz besonderer Tag
» Unser Alltag wird zu einem wesentlichen Teil durch die Architektur bestimmt, die uns Tag um Tag umgibt. «
(Jürgen Tietz, Architekturkritiker)
Die Architektur, zu deren Aufgaben unter anderem das planvolle Entwerfen und Gestalten von Bauwerken gehört, belebt den Raum und spiegelt die Beziehung Mensch und Umgebung wider.
Auch in diesem Jahr ist es am letzten Wochenende im Juni wieder so weit: der Tag der Architektur lädt am 23. und am 24. Juni unter dem Motto „Energie!“ ein, neu gestaltete und energetisch optimierte Bauwerke, Quartiere, Gärten und Parks zu besichtigen. Architekturfreunde und Bauinteressierte erhalten die Chance, mit den Architekten und deren Bauherren vor Ort einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Aber man muss sich verdeutlichen, dass die Verantwortung für die gebaute und bebaute Umwelt nicht nur bei den Architekten liegt. Ganz nach dem Motto des Tages des offenen Denkmals organisiert die Architektenkammern der Bundesländer in Kooperation mit der Bundesarchitektenkammer die Besichtigung vieler Gebäude, die sonst nicht oder nur eingeschränkt für die Allgemeinheit zugänglich sind und bietet unter anderem auch Rundgänge, Diskussionen und offene Fragerunden für den interessierten Besucher an.
In Berlin zeigt sich das Bauhaus Archiv dem interessierten Besucher mit Sonderführungen durch das Leben und Wirken der Bauhaus-Architekten, aber es kann auch ein Blick hinter die Kulissen des Archivs und seiner weltberühmten Bauhaus-Sammlung geworfen werden. Wenn Sie mehr über das Bauhaus-Archiv erfahren möchten, hören Sie doch einmal in den Audioguide „Mitten durch Berlin. Mit dem Bus 100 vom Zoo zum Alex“ rein.
Neben Schulen und öffentlichen Bauten für Senioren, Büro und Verwaltung öffnen auch Bauherren ihre Privathäuser und Eigentumswohnungen für eine Führung.
1994 fand der erste Tag der Architektur statt, teil nahmen damals nur Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen , aber in den darauffolgenden Jahren weitete sich das ideenreiche Projekt über ganz Deutschland aus, so dass nun seit 2002 ein zentraler Bundesauftakt den Tag der Architektur eröffnet.
Dieses Jahr lädt Thüringen nach Weimar ein, die Stadt der Dichter und Denker, zu einem Sparziergang durch das Gauforum, den heutigen Sitz des Thüringer Landesverwaltungsamtes. Hier kann sich der Besucher über die modernen Bürostrukturen und die Neugestaltung des Innenhofes informieren. Haben Sie Lust auf mehr bekommen? Hören Sie zur Geschichte des Forums unter der Herrschaft der Nationalsozialisten darüber in: „Weimar – Ein kunsthistorischer Audiostadtführer“.
Das Programm beim diesjährigen Tag der Architektur soll die Notwendigkeit des Energieumdenkens hervor heben, da immer noch über 90 Prozent aller vor 1979 errichteten Bauten in den kommenden Jahren zu wahren Energiefressern werden.
Es ist während der Debatten um die globale Erwärmung immer wichtiger geworden, beim Entwickeln von Gebäudekonzepten und Bauten nicht nur den Raum, die Form und Funktion sowie ihre Lesbarkeit zu vermitteln, sondern auch für Nachhaltigkeit, Ökologie und Energieverbrauch Sorge zu tragen. Daher spielen diese Komponenten in der Planung und Umsetzung eine zunehmend wichtigere Rolle, über welche sich der Besucher anhand von Ausrichtung, Form und Hülle des Baukörpers und auch über die ökologischen Aspekte der verwendeten Baustoffe informieren kann.
Die innovativen Beispiele der zu besichtigenden Gebäude sind abwechslungsreich und sollen „anhand von zeitgemäßer, gelungener Alltagsarchitektur über die Vorteile des Bauens mit Architekten […] informieren und das Verständnis für die Leistungen […] fördern“, erklärte der frühere BAK-Präsident Peter Conradi zum damaligen Bundesauftakt 2003 in Wolfsburg.
Und das Programm zur energetisch optimierten Alltagsarchitektur ist breit gefächert von Fassadenlösungen bei Sanierungsbauten über Park- und Grünanlagen bis hin zu Passiv- und Niedrigenergiehäusern.
In Nordrhein-Westfalen werden 451 Objekte in 164 Städten und Gemeinden zu begehen sein, darunter die Hubschrauberlandeplattform „Rettende Hand“ am Universitätsklinikum in Aachen.
Für weitere Informationen und einen Überblick über die zugänglichen Bauten kann man sich auf den Internetseiten der jeweiligen Landes-Architektenkammern informieren oder über das Internet-Portal www.tag-der-architektur.de.
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