Kulturmagazin
Friedrich Wilhelm der Große – ein König, Kriegsherr und Komponist
König, Kriegsherr und Komponist in einem – zu Ehren des 300. Geburtstags von Friedrich Wilhelm dem Großen wird der 24. Januar 2012 groß gefeiert in den Medien.
Der „Alte Fritz“, Friedrich Wilhelm II., kam vor genau 300 Jahren im Berliner
Als Monarchist erfüllte Friedrich die Erwartungen an einen aufgeklärten Monarchen mit zahlreichen populären Reformen und Aktivitäten. Zum einen ordnete er die Abschaffung der Folter und des Ertränkens von Kindesmörderinnen an. Sein Prinzip lautete: „Lieber sollten zwanzig Schuldige freigesprochen werden, als ein Unschuldiger geopfert werden.“ Zum anderen hob er die Zensur auf und gründete eine deutsche und eine französische Zeitung. Seine Leidenschaft aber galt gänzlich der Kunst und Literatur und so veranlasste er, dass Geistliche in die Residenz geholt und Akademien wieder arbeitsfähig gemacht wurden. Damit die Literatur nicht ausschließlich Adeligen zugänglich war, sondern auch dem Bürgertum, gab er 1775 den Bau der Alten Bibliothek Unter den Linden in Auftrag. Die Bibliothek im Barockstil steht bis heute am Bebelplatz in Berlin. Ebenso Unter den Linden steht die Staatsoper, die 1741 im Auftrag von Friedrich dem Großen von dem Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff errichtet wurde. Die königliche Hofoper galt zu der Zeit als das größte Opernhaus Europas.
Friedrich Wilhelm II. war eine Ausnahme in der deutschen Geschichte. Er war ein Komponist, der bereits 1738 seine erste Sinfonie schrieb und mit seiner Flöte musikalisch imponierte. Zugleich war er später ein ausgezeichneter Kriegsherr. Seinen Erfolgen im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) ist der Beiname „der Große“ zuzuschreiben und die Positionierung Preußens als eine Großmacht. Er kämpfte zeitweise gegen Österreich, England, Frankreich, Sachsen, Russland, Schweden und die deutsche Reichsarmee.
Die letzten Lebensjahre verbrachte Friedrich der Große in Potsdam. Dort gab er sich seinen Schriftstellerqualitäten hin. Neben den „Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Hauses Brandenburg“ (1748), der „Geschichte meiner Zeit“ (1746) und „Geschichte des Siebenjährigen Krieges“ (1764), verfasste er 1775 seine Memoiren. Seine Werke ergeben eine umfassende Darstellung Preußens.
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