Kulturmagazin

Auf den Spuren von Tuffi - Erlebnisfahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn

von Nihan Aydin

Das Wahrzeichen Wuppertals, die Wuppertaler Schwebebahn, ist das wohl aufregendste Verkehrsmittel Deutschlands. Die kostenlosen Audioguides zur Wuppertaler Schwebebahn von Oberbarmen bis Vohwinkel und Vohwinkel bis Oberbarmen eignen sich hervorragend, um die Kultur und Geschichte der Stadt kennenzulernen.

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Die 20 Stationen führen an allen Sehenswürdigkeiten und Highlights der Stadt vorbei. Sie haben die Möglichkeit an jeder beliebigen Haltestelle auszusteigen. Sie fährt zehn Meter über dem Boden und die Fahrtstrecke beträgt insgesamt 13,3 km. Erbaut wurde sie 1901 von Eugen Langen als Verbindung zwischen den zwei Kreisstädten Barmen und Elberfeld. Diese Städte wurden 1930 zu der Stadt Wuppertal vereint. Den Namen verdankt die Stadt der geografischen Lage an der Wupper. Steigen Sie ein zu einer Fahrt durch Vergangenheit und Gegenwart!

Den Anfang der kulturellen Tour machen Sie am Berliner Platz. Wenn Sie Wupperfeld passieren, können Sie bereits an der dritten Station Werther Brücke aussteigen, um sich Zeitgenössische Kunst von jungen Künstlern anzusehen. In der Kunsthalle zum Von der Heydt-Museum verspricht die aktuelle Ausstellung „DEAD_Lines. Der Tod in Kunst-Medien-Alltag“ (16.10.2011 – 14.2.2012) interessante Werke zu einem gesellschaftlichen Tabuthema, dem Tod.

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Im Jahr 1950 saß bereits Tuffi, ein kleiner Elefant, in der Schwebebahn und stieg an der Station Alter Markt mit einem Sprung in die Wupper unversehrt aus. Der jungen Elefantendame war die Werbestrategie des Zirkus Althoff im Wahrzeichen Wuppertals zu bunt geworden. Der amerikanische Sänger Cory P. McDaniel hat der berühmt gewordenen Tuffi sogar ein Lied mit dem Titel „Elephant Fall in Wuppertal“ gewidmet. Souvenirs als Andenken an diese Geschichte finden Sie in der Wuppertaler Touristeninformation.

Im Gegensatz zu Tuffi sollten Sie den vorgegebenen Ausstieg benutzen, um sich das Historische Zentrum mit dem Friedrich Engels-Haus anzusehen. Entdecken Sie dort mehrere Baudenkmäler der Frühindustrialisierung und lernen Sie im Museum für Frühindustrialisierung viel über die bewegte Vergangenheit Wuppertals als Zentrum der Bergischen Textilindustrie. In dem ehemaligen Haus von Friedrich Engels werden Sie über das Leben und die Werke von dem Philosophen belehrt.

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Kaum wieder in die Bahn eingestiegen können sie an der Station Loher Brücke aussteigen. Ein Besuch im Völkerkundemuseum lohnt sich. Neben den Dauerausstellungen sind aktuell die Ausstellungen „Namibia – Damals neu gesehen“ und „Im Schatten der Ahnen – Weltbild und Religionen indonesischer Völker“ zu sehen, in denen Sie faszinierende Eindrücke von altern Kult- und Gebrauchsgegenständen aus Afrika und Asien bekommen.

Falls Sie nun nach der kulturellen Vielfalt eine kleine Pause im Grünen brauchen, steigen Sie die nächste Station Völklinger Straße aus und besuchen Sie die Parkanlage Hardt , den ältesten Stadtpark Deutschlands. Dort sollten Sie unbedingt am Botanischen Garten vorbeischauen, der dort 1890 als Schulgarten konstruiert wurde.

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Schauen Sie sich die exotischen Pflanzen von nahem an oder verschaffen Sie sich einen tollen Ausblick auf die Gesamtheit des Botanischen Gartens auf dem Elisenturm. Falls die Wuppertaler Stadtfahne auf dem nahgelegenen Bismarckturm aufgezogen ist, bedeutet dies, dass der Turm geöffnet hat. Von dort haben Sie eine tolle Aussicht auf die Stadtteile Barmen und Elberfeld, denn der Bismarckturm befindet sich an der ehemaligen Grenze.

Der Ausstieg an der Haltestelle Landgericht führt, wie es der Name verspricht, zur Gerichtsinsel der Stadt. Das Landgericht ist ein historischer Bau von Carl Ferdinand Busse aus dem Jahre 1854 und liegt mit dem Amtsgericht auf einer Insel in der Wupper. Für diejenigen, die die nächste Inszenierung in den Wuppertaler Bühnen oder im Tanztheater Pina Bausch nicht verpassen möchten, sollte ein Blick aus dem Fenster bis zur Station Kluse auf die Gerichtsinsel genügen.

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Dort ausgestiegen kann man sich im Schauspielhaus ein tolles Bühnenstück anschauen. Für Kunstbewunderer und Naturverbundene bietet dagegen der Skulpturenpark Waldfrieden eine tolle Gelegenheit. Das Konzept für die Ausstellung im Grünen stammt von Tony Cragg. Seit der Eröffnung im September 2008 werden in dem Park Werke von ihm und anderen internationalen Bildhauern wie Norbert Kricke, Jean Dubuffet und Jean Tinguely in wechselnden Ausstellungen präsentiert.

Nur eine weitere Bahnstation entfernt gibt es eine Alternative zum Museum im Grünen. Das Von der Heydt-Museum zeigt zurzeit eine Exposition des Impressionisten Alfred Sisley (13.9.2011-29.1.2012). Für den Fall, dass Ihr Interesse der Kulturgeschichte gilt, gehen Sie zu dem bekannten Viertel Ölberg. Hier haben Sie die Möglichkeit denkmalgeschützte Häuser aus der Gründerzeit zu sehen. Bis 1920 wurden die Häuser in diesem Viertel mit Petroleumlampen beleuchtet, da die Häuser nicht an das öffentliche Stromnetz verbunden waren. Daher stammt der Name des Stadtviertels. Um die Kehrseite zum Ölbergviertel zu sehen, müssen Sie die nächste Haltestelle Ohlingsmühle aussteigen. Dort befand sich zur Gründerzeit das Villengebiet Wuppertals, das Brillerviertel . Noch heute umfassen den Ortsteil 245 aus der Vergangenheit verbliebene Häuser, die unter Denkmalschutz stehen.

Vorausgesetzt, Sie planen einen längeren Aufenthalt in Wuppertal, sollte Ihnen ein Badetag in der Schwimmoper nicht entgehen. Damals war die Stadt sich unschlüssig, ob das zerstörte Opernhaus von Barmen wieder aufgebaut werden sollte. So entschloss man sich auf dem Johannisberg ein Schwimmbad zu errichten. Das von Friedrich Hetzelt entworfene Gebäude bildet nun eines der Architekturhighlights der Stadt. Die Universitätsstadt Wuppertal wird auch als das „San Francisco“ Deutschlands bezeichnet.

Der Grund sind die geografischen Höhenunterschiede in der Stadt. Wuppertal ist die Stadt mit der höchsten Anzahl an öffentlichen Treppen in ganz Deutschland. Eine berühmte davon ist die Jakobstreppe, die 1887 nach dem Erbauer Jakob Wilhelm Haarhaus benannt wurde. Sie ist die längste durchgehende geradlinige Treppe mit 155 Stufen, die die Verbindung zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und der Nützenberger Straße herstellt.

Wenn Sie nun den Tag entspannt ausklingen lassen möchten, dann lädt der Zoo am Stadion mit dem Zoologischen Garten zur Erholung ein. Schauen Sie sich unzählige Tiere auf 24 Hektar an. Aktuell haben die Königspinguine niedlichen Nachwuchs bekommen.

Anschließend gibt es die Möglichkeit, sich in der historischen Gaststätte auszuruhen. Noch ein letzter Tipp: Wenn Sie ihren Ausflug nach Wuppertal vorausplanen, verpassen Sie nicht den Vohwinkeler Flohmarkt unter der Bahnstation Bruch. Dieser weltgrößte Eintages-Flohmarkt findet seit 1971 jährlich am letzten Sonntag im September statt.

Tauchen Sie ein in die Geschichte und Kultur der Stadt während Ihrer Fahrt durch das Herzen Wuppertals. Am besten mit Ihren kostenlosen individuellen Reisebegleitern für die Schwebebahn!

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